
Traumatisierung verstehen. Stabilisierung fördern. Systemisch handeln.
Wie können wir Menschen mit traumatischen Erfahrungen im beruflichen Alltag verlässlich begleiten? In unserer Weiterbildung verbinden wir traumapädagogisches Wissen mit systemischem Denken und Handeln. Sie entwickeln eine traumasensible Haltung, erproben praktische Methoden und reflektieren Erfahrungen aus Ihrem Arbeitsfeld.
Wir bieten die Weiterbildung in Kooperation mit zwei Partnern an.
Lernen Sie die beiden Angebote kennen und wählen Sie den Rahmen, der zu Ihnen und Ihrer beruflichen Planung passt.

Haus Neuland - Weiterbildung im Grünen mit Verpflegung und Übernachtungsmöglichkeit
Haus Neuland ist ein Bildungs- und Tagungshaus am Teutoburger Wald in Bielefeld. Die Kooperation verbindet die systemisch-traumapädagogische Weiterbildung der ORGENS Akademie mit dem Lern- und Aufenthaltsangebot einer Bildungsstätte.
Dieser Rahmen könnte zu Ihnen passen, wenn Sie für die Seminartage bewusst Abstand vom Arbeitsalltag suchen oder eine Übernachtungsmöglichkeit vor Ort nutzen möchten.
- Zeitraum: 30. Oktober 2026 bis 13. November 2027
- Lernort: Haus Neuland, Bielefeld
- Rahmen: Buchung mit oder ohne Übernachtung möglich
Termine, Kosten und Anmeldung bei Haus Neuland →

Wildwasser Bielefeld e.V.
Weiterbildung in der Stadt – in Kooperation mit einer Fachberatungsstelle
Wildwasser Bielefeld e.V. ist eine spezialisierte Beratungsstelle für Menschen mit sexualisierten Gewalterfahrungen in Kindheit und Jugend. Neben der Unterstützung Betroffener und ihrer Angehörigen bietet der Verein Fachkräften aus dem Sozial- und Gesundheitswesen Beratung, Fortbildung und traumasensible Supervision sowie Begleitung bei der Entwicklung von Schutzkonzepten.
Dieser Rahmen könnte zu Ihnen passen, wenn Sie einen innerstädtischen Lernort bevorzugen und Ihre Weiterbildung im Januar 2027 beginnen möchten.
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Zeitraum: 8. Januar 2027 bis 8. Januar 2028
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Lernort: Welthaus Bielefeld, August-Bebel-Straße 62
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Rahmen: Weiterbildungsmodule und Supervisionen sowie Getränke und kleine Snacks im Teilnahmebeitrag enthalten
Termine, Kosten und Anmeldung bei Wildwasser →
Welches Angebot passt zu Ihnen?
Vergleichen Sie die Modultermine, den Veranstaltungsort und die enthaltenen Leistungen mit Ihren persönlichen Möglichkeiten. Die ausführlichen Informationen zu Inhalten, Teilnahmevoraussetzungen, Abschluss und Anmeldung finden Sie beim jeweiligen Kooperationspartner.
Sie haben Fragen zur fachlichen Ausrichtung? Sprechen Sie uns gerne an. Bei Fragen zu Buchung und organisatorischen Bedingungen hilft Ihnen der jeweilige Kooperationspartner weiter.
Informationen zur Weiterbildung "Systemische Traumapädagogik"
Leitung: Margarete Udolf | Gisela Speckemeier
Die Traumapädagogik hat sich in den letzten 25 Jahren aus dem Kontext der stationären Kinder- und Jugendarbeit weiterentwickelt und sich in fast allen Förderbereichen etabliert. Mit ihrem Hauptaugenmerk auf Wertschätzung, Stabilisierung und Ressourcenstärkung bildet sie insbesondere für Fachkräfte unterschiedlichster Arbeitsfelder eine methodische Grundlage für einen sensibilisierten, professionellen Umgang und eine stabilisierende Begleitung für Menschen jeden Alters mit traumatischen Erfahrungen.
In unserer Weiterbildung "Systemische Traumapädagogik" verbinden wir traumapädagogische Konzepte und Methoden mit dem systemischen Ansatz. Das Verstehen der Wechselwirkung zwischen der traumatisierten Person und ihrem Umfeld fördert eine traumasensible Haltung. Die Teilnehmenden lernen, wie sie mit der häufig entstehenden belastenden Dynamik aller Beteiligten umgehen und können Erklärungsmodelle, wie z. B. das Konzept des guten Grundes, sowie neue Handlungs- und Sichtweisen praktisch auf das traumabelastete Beziehungsgeschehen anwenden.
Die Weiterbildung legt besonderen Schwerpunkt auf den Transfer von Theorie zur Praxis und stärkt somit die traumapädagogische Handlungssicherheit und Selbstwirksamkeit im Umgang mit den Klient*innen.
In den Modulen bekommen die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich mit den traumapädagogischen Prinzipien und den vielfältigen Unterstützungskonzepten und -methoden auseinanderzusetzen. Praktische Übungen in Kleingruppen erweitern ihre Gesprächskompetenzen sowie Handlungsspielräume und tragen wesentlich zu mehr Sicherheit im Umgang mit traumatisierten Menschen bei.
Das Verstehen von Bindungsproblematiken traumatisierter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener ermöglicht sicheres Erkennen und adäquaten Umgang mit traumabezogenen Reinszenierungen sowie Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomenen im pädagogischen Alltag. Da unverarbeitete Traumata und die damit einhergehenden Bindungserfahrungen über Generationen weitergegeben werden, widmen wir uns den Möglichkeiten und Grenzen einer stabilisierenden Unterstützung für die Betroffenen. Im Kontext der traumabezogenen Dynamiken in Familien- und Hilfesystemen werden die Bedingungen und Bindungsangebote für eine konstruktive Kooperation unter den Beteiligten betrachtet.
Aufbau der Weiterbildung
Die Weiterbildung dauert ein Jahr und umfasst insgesamt 205 UE zu 45 Min., davon:
Leistungen des Instituts:
- 160 UE Theorie, Methoden, Gruppensupervision* und Intervision*
- 2 Einzelsupervisionen **
* je 2 UE in Teilgruppen in den Modulen 2 - 10
** individuelle Termine außerhalb der Module
- 15 UE Peergruppe (selbstorganisiert)
- 2 Tage Abschlusskolloquium in Kleingruppen
Um den Lernprozess zu unterstützen und den Wissenstransfer in die Praxis für die Teilnehmenden zu sichern, werden selbstorganisierte Peergroups / Intervisionstreffen und zwei Einzelsupervisionssitzungen durchgeführt.
Aufbau der Module
In den Modulen bieten wir Theorieinput, praxisbezogene Kleingruppenübungen, Rollenspiele sowie Selbstreflexionseinheiten. In unterschiedlichen Kontexten (Plenum, Gruppen- und Einzelsupervision, Intervision, Peergruppen) werden die Fallbeispiele, und Erfahrungen der Teilnehmenden auf der Grundlage des psychotraumatologischen und traumapädagogischen Wissens bearbeitet. Unsere Referent*innen verfügen über langjährige Erfahrungen aus der ambulanten und stationären Jugendhilfe, Traumatherapie sowie der systemischen Beratung und Therapie und decken somit eine große Bandbreite der traumabezogenen Arbeitsbereiche ab.
Gruppensupervision
Zu den wichtigen Qualitätsmerkmalen der Weiterbildung gehören kontinuierliche Gruppensupervisionen. Alle Teilnehmenden stellen dort ihre Fallbeispiele vor mit dem Ziel, das erworbene Wissen in ihrem pädagogischen Alltag zu transferieren. Die Gruppensupervisionen sind in die Module 2 bis 10 integriert und finden in zwei Teilgruppen statt.
Einzelsupervision
Die Einzelsupervisionen stellen eine weitere Möglichkeit dar, traumapädagogisch relevante berufliche und persönliche Themen zu reflektieren. Sie finden nach individueller Terminabsprache mit den Referent*innen statt.
Peer- und Intervisionsgruppen
Peer- und Intervisionsgruppen ermöglichen den Teilnehmenden, kollegialen Fachaustausch sowie gegenseitige Unterstützung bei der Reflexion des erworbenen Wissens und dem Transfer traumapädagogischer Methoden in die eigenen Arbeitsfelder. Die Intervisionstreffen findet während der Weiterbildungsmodule im Wechsel mit der Gruppensupervision statt. Weitere Intervisionstreffen werden von den Peergruppen (4-5 Mitglieder) in eigener Regie geplant und durchgeführt.
Aufbau der Weiterbildung im Überblick
Theorie / Methoden / Gruppensupervision / Intervision*
2 Einzelsupervisionen***
+ Peergruppe 15 UE
(selbst organisiert)
+ 2 Tage Abschlusskolloquium in Kleingruppen
___________________________________
160 UE**
Zeiten:
Freitag 10.00 – 18.00 Uhr
Samstag 9.00 – 17.00 Uhr
Anmerkungen:
* 2.-10. Block: Gruppensupervision bzw. Intervision (je 2 UE = Teilgruppe A/B)
** UE = 45 Minuten
*** individuelle Termine außerhalb der Module
Zielgruppe und Teilnahmevoraussetzung
Fachkräfte aus:
- der ambulanten und stationären Kinder- und Jugendhilfe, der Jugendämter
- Beratungsstellen
- psychiatrischen, psychosomatischen oder Suchtkliniken
- aus den Kindertagesstätten, dem Schul- und Hortbereich, der Frühförderung, sowie aus der offenen Jugendarbeit,
die über eine der folgenden Ausbildungen / Studiengänge verfügen:
- Sozialarbeiter*innen, Sozialpädagog*innen, Heilpädagog*innen, Pädagog*innen, Sonderpädagog*innen, Erzieher*innen
- -Theolog*innen, Dipl.-Soziolog*innen
- Lehrer*innen, Beratungslehrer*innen
- Psycholog*innen
- Kunst- oder Musiktherapeut*innen
Teilnahmevoraussetzungen
- Pädagogischer /psychologischer Hochschul-, Fachhochschul-, Fachschulabschluss oder spezifische berufliche Ausbildung
- drei Jahre Berufspraxis in einem entsprechenden Arbeitsfeld
- ein aktuelles Arbeitsfeld, das die Umsetzung des Erlernten ermöglicht
Zertifizierung
Anerkennung
Die Weiterbildung entspricht den Zertifizierungsvoraussetzungen der DeGPT und des Fachverbandes Traumapädagogik und der GPTG als Weiterbildung in "Traumapädagogik / Traumazentrierter Fachberatung mit dem Schwerpunkt Traumapädagogik"
Voraussetzungen für die Vergabe des DeGPT /Fachverband Traumapädagogik – Zertifikats:
- Aktive Teilnahme an den Seminartagen (max. Fehlzeit 24 UE)
- Aktive Teilnahme an der Gruppensupervision (max. Fehlzeit 6 UE)
- Erstellung von zwei Abschlussarbeiten: eine Fall- und eine Projektvorstellung, beide mündlich und schriftlich
- Die schriftliche Dokumentation der Abschlussarbeiten ist entlang eines vorgegebenen Schemas vor-zunehmen. Beide Arbeiten sind durch ein Originaldokument zu belegen (z. B. Video- oder Audioaufnahme, Zeichnungen oder Tagebuchnotizen o.ä. des/der Klient*in)
- Erfolgreiche Teilnahme am Abschlusskolloquium
Module
- Modul 1:
Erklärungsmodelle der Systemischen Traumapädagogik und Theorie der Psychotraumatologie - Modul 2:
Kindheits– und Jugendtraumata. Grundlagen der Traumapädagogik - Modul 3:
Pädagogik des Sicheren Ortes. Systemische Grundlagen. - Modul 4:
Reinszenierung, Übertragung und Gegenübertragung. Selbstfürsorge in der Arbeit mit Traumatisierten. - Modul 5:
Systemisch – traumapädagogische Stabilisierung I - Modul 6:
Systemisch – traumapädagogische Stabilisierung II - Modul 7:
Transgenerationale Wirkung von Traumata im Herkunftssystem - Modul 8:
Selbstwirksamkeit durch Partizipation im gesellschaftlichen und Gruppenkontext - Modul 9:
Systemintervention bei Krisen, Selbstfürsorge im beruflichen Kontext zur Prävention von Burnout und sekundärer Traumatisierung - Modul 10:
Kommunikation und Kooperation mit Herkunftsfamilien und beteiligten Helfersystemen. Resilienz und posttraumatisches Wachstum. Letzte Fragen / Rückblick und Evaluation - Modul 11:
Abschlusskolloquium
Weiterbildungen mit der ORGENS Akademie
- Die ORGENS Akademie zeichnet sich aus durch Trainer*innen mit langjähriger Berufserfahrung
- Wir bieten mit Haus Neuland eine professionelle Seminarbetreuung und gut ausgestattete Räumlichkeiten
- Die ORGENS Akademie bietet eine ausführliche Online-Datenbank mit Lehrfilmen, Seminardokumentation und zusätzlichen Materialien und Artikeln
- Wir ermöglichen bei Bedarf wöchentliche Online-Sprechstunde für alle Teilnehmenden
- Unsere Dozent*innen kommen alle aus der Praxis und legen hohen Wert auf den Transfer und die Implementierung systemischer Konzepte in die eigene Arbeitspraxis
- Die ORGENS Akademie bietet Lehrsupervision in Kleingruppen und Live-Supervision (nach Absprache)



